TORBALI.

Torbali (Türkei) November – Dezember 2016

Unser Wirken und Tun rund um Torbali (Türkei) – Erfahrungsbericht
Aktuell befinden sich 2,5 Mio. registrierte Menschen auf der Flucht in der Türkei, was aber noch lange nicht alle sind, da ein grosser Teil nicht registriert ist. Der Grund für die grosse Anzahl an Menschen ist zum einen darauf zurückzuführen, dass die Türkei ein Nachbarland von Syrien ist, wo der grausame und zerstörerische Krieg im Gange ist. Somit ist es nahe liegend, dass viele Menschen Schutz im benachbarten Land suchen, in der Hoffnung, nach dem Krieg wieder zurück zu kehren, oder doch den Weg nach Europa zu wagen. Die konkreten Auswirkungen der politischen Weltlage, spüren die Menschen auf der Flucht. Diesen Menschen begegnen wir hier und versuchen ihre Not ein kleines bisschen zu mindern. Dies haben sich hier schon andere Gruppierungen zum Ziel gesetzt. Während der ersten Zeit unseres Aufenthaltes traten wir mit diversen Gruppierungen und Einzelpersonen in Verbindung, um herauszufinden, wer was wo und wie macht. Dabei lernte ich viele interessante Projekte und Menschen kennen. Mein erster Besuch in einem Camp war mit Iris, Nashwan und Cyril. Iris ist eine Deutsche, die in der Türkei lebt und bereits seit über einem Jahr engagiert ist. Nashwan ist aus dem Irak und selbst vom Krieg geflohen. Er ist eine grosse Hilfe als Übersetzer, Kulturvermittler und geniesst grössten Respekt und Anerkennung der Menschen hier. Die beiden wollten Essen in die Camps bringen. Wir begleiteten sie und unterstützen sie dabei. Mein erstes Zusammentreffen wie auch alle weiteren mit den Menschen aus den Camps hat mich stark berührt. Alle Leute, welchen ich begegnet bin, sind unendlich zuvorkommend, eher zurückhaltend, sehr würdevoll und dankbar. Die Frauen begrüssen mich grösstenteils mit drei Küssen auf die Wangen. Die Männer sind auf Abstand, halten die Hand vor ihre Brust und neigen den Kopf nach vorne. Dies blieb bei all unseren weiteren Besuchen gleich. Die Kinder rennen vielerorts voller Begeisterung auf mich zu und umarmen mich. Schon nur dieser Moment der Begrüssung prägte sich tief in mir ein. Die Bedingungen in den Camps sind unglaublich einfach und notdürftig. Die Leute wohnen in einfachen, selbst konstruierten Zelten aus Plachen. Am Boden sind Teppiche ausgelegt und zum Schlafen dienen oftmals dünne Matratzen. Gekocht und draussen auf dem Feuer und Kleider werden mit blossen Händen gewaschen. Die Kleider der Leute sind dreckig und oftmals kaputt. Die Kinder tragen selten Schuhe und viele Erwachsene nur einfache Sandalen. Die Haut der Kinder ist aufgeraut von der Witterung und die Haare struppig. Trotz dieser unglaublichen Armut ist die Stimmung sehr schön. Die unzähligen Kinder spielen, rennen umher und kommen neugierig auf mich zu. Die Frauen sind meistens am Kochen oder Waschen. Das Leben ist einfach aber sehr gemeinschaftlich und gruppenbezogen. Iris und Nashwan gehen ca. einmal in der Woche in abwechselnde Camps um Nahrungsmittel und manchmal Hygieneartikel zu verteilen. Andere Gruppierungen sind daran, Heizungen zu organisieren oder Zelte winterfest zu machen. Immer wieder begegnen wir anderen Gruppen, die in den Camps aktiv sind. Eine Koordination und ein reguläres Helfer-System gibt es nicht. Cyril versucht das ganze etwas zu vernetzen und Aufgaben auf zu teilen. Daraus ergab sich, dass wir (Cyril, Nashwan und ich) uns auf Hygieneartikel fokussieren. Da bereits Plachen, Decken und Matratzen von einer anderen Gruppe gebracht werden, entschieden wir uns für alle diese Familien in den bekannten Camps Duschmittel, Seife, Waschmittel, Abwaschmittel, Rasier, Schwämme, Feuchttücher, Windeln, Damenbinden und möglicherweise Kondome zu bringen. Aktuell überlegen wir uns in Absprache mit einer anderen Organisation, ob Trainings zur Verhütung notwendig sind. Durch die wertvolle Mithilfe von Yeliz, einer engagierten und sehr sympathischen Türkin machen wir eine Grossbestellung der Hygienesachen. Nashwan hilft bei der Abklärung, welches Camp wie viel braucht. So starten wir unser Projekt: 1500 Leute mit Hygienematerial versorgen. Auch wenn dies eine Hilfe für eine kurze Zeit ist, sind die Leute in den Camps dankbar. Was es aber brauchen würde, ist eine nachhaltige und langfristige Lösung. Dies wären Arbeitsplätze und eine Willkommenskultur für diese Menschen. Zwei lokale Gruppen bieten hier bereits Hand: ReVi stellt Armbänder und Strickmatrial mit den Leuten her um diese in Europa zu verkaufen. Imece – eine andere Gruppe – näht Kleider und Säcke und stellen so Arbeitsplätze für die Newcomers zur Verfügung. Bei unserem Besuch kaufte ich vier Taschen und ich konnte damit die Hälfte an eine neue Nähmaschine, die erneut einen neuen Arbeitsplatz bedeutet, finanzieren. Bei beiden Projekten sind super Leute involviert. Es war eine Freude und eine Bereicherung diese kennen zu lernen. Hierbei danke ich allen, die in irgendeiner Form hier oder in ihren Heimatländern engagiert sind und sich für die Menschen und somit für die Menschlichkeit einsetzen. Auch ich werde mit vielen wertvollen Begegnungen, Erinnerungen und Erfahrungen zurückkommen und mich an meinem Wohnort wieder voll und ganz meinem Engagement in der Politik, meiner konkreten Arbeit und meinen alltäglichen Aktionen und Begegnungen voller Solidarität und Liebe widmen.

An dieser Stelle bedanken sich Cyril und Anna für die grosszügige Unterstützung. Dank den vielen Spenden an den Verein FAIR. konnten wir hier in der Türkei einen kleinen Unterschied machen.

Für den Verein FAIR.
Anna Tanner

Und hier noch ein Bericht von Cyril, der in der Friedenszeitung Dezember 2016 publiziert wurde.

Dezember 2016 – „In den Flüchtlings-Zeltlagern von Izmir“ – Friedenszeitung

Februar 2016 – „Pressemitteilung über die Räumung der Lager in Izmir

SUBOTICA.

Subotica (Serbien) Juli – August 2016
Von Juli bis August 2016 engagierte sich der Verein FAIR. in Subotica an der serbisch-ungarischen Grenze und hat in Zusammenarbeit mit Freiwilligen aus der Schweiz und aus Serbien den Grundstein für das Projekt FRESH RESPONSE gelegt. Dieses wurde von nachkommenden Freiwilligen weitergeführt und weiterentwickelt.

Bericht Sommer 2016
Im Team werden täglich gegen 300 Essenspäckli, die abwechslungsreich mit Früchten, Gemüse, Reis, Kartoffeln, Schokoriegeln, Nüssen, Crackers, Pasta, Öl und gelegentlich Bureks (einer serbischen Teig-Käse-Spezialität) gefüllt werden, verteilt. Der Fokus liegt dabei auf dem Transit Camp Kelebija sowie den Menschen aus dem One-Stop Camp in Subotica und nach Möglichkeit dem Camp Horgos. In letzterem ist eine Verteilung jedoch kaum möglich, da die Behörden fast immer intervenieren. Es werden täglich saisonale und lokale Früchte und saisonales und lokales Gemüse eingekauft sowie Bureks frisch bei der Bäckerei. Insgesamt werden gegen 500+ Menschen erreicht und es wird für gesundes und abwechslungsreiches Essen gesorgt. Die Leute in den Camps sind dafür extrem dankbar. Nach Möglichkeiten werden ebenfalls Kleider, Zelte, Decken und Schuhe verteilt – hier stosst das bestehende Team jedoch Grenzen.

Hier ein Bericht von Vice über unsere Arbeit in Idomeni und Serbien mit unseren Freunden Barbara und Lena und vielen weiteren.
http://www.vice.com/alps/read/schweizerinnen-verzichten-auf-ihre-reise-um-im-flchtlings-camp-hilfe-zu-leisten-ch?utm_source=viceFBschweiz

 

LESBOS.

Idomeni (Griechenland) März 2016 – Juni 2016
Nachdem der Einsatz auf LESBOS. im März auf Grund höherer Prioritäten auf dem Festland zu Ende gegangen ist, engagierte sich der Verein FAIR. in Idomeni. Das Gebiet an der griechisch-mazedonischen Grenze war bis zur Räumung des Lagers Ende Mai nach wie vor Ort der letzten Hoffnung. Bis zur Zwangsräumung harrten noch immer tausende Menschen, darunter ca. 40% Kinder, unter menschenunwürdigen Zuständen an der Grenze aus, in der Hoffnung, doch noch irgendwie ins Zielland in Mitteleuropa zu gelangen.

Idomenivolunteers
Der Verein FAIR. engagierte sich während knapp drei Monaten hauptsächlich in der Koordination der verschiedenen Teams der Volunteers vor Ort und hat diesen in enger Zusammenarbeit mit Trace von REFUGEES-START und den Frewilligen Phoebe und Aslam Unterstützung angeboten und die Kommunikation und die Zusammenarbeit der vor Ort sich engagierenden Teams gefördert. Gleichzeitig haben wir als Plattform NORTHERGREECEVOLUNTEERS ankommenden Volunteers Informationen über die Lage vor Ort gegeben, Trainings und Hilfe angeboten und waren Ansprechspartner auf Seiten der Volunteers für zahlreiche grosse Hilfswerke wie MSF, Save the Children und UNHCR. Als Team haben wir die Zusammenarbeit zwischen Freiwilligen und Offiziellen koordiniert und unterstützt. Als Kollaboration bestehend aus zahlreichen kleinen Teams, Organisationen und Volunteers haben wir tausende Essensrationen ins Camp gebracht, Zelte aufgestellt und Kleider verteilt, Schulen aufgebaut, den Menschen zugehört und den Ort Idomeni etwas menschenwürdiger gestaltet.

Die damals aufgegleiste Arbeit wird heute durch HELP REFUGEES weitergeführt.

Hummus Rights Project
Weniger aktiv aber dennoch konstant unterstützte der Verein FAIR. finanziell und organisatorisch das HUMMUS RIGHTS PROJECT, das er mit den Volunteers Camilla, Remy und Matti Mitte März mitgegründet hatte. Das Projekt hat beinahe bis zur Schliessung des Hauptlagers Idomeni täglich bis zu 2000 Essenspäckli ins Camp gebracht und möglichst fair und menschenwürdig verteilt. Insgesamt wurden wohl gegen 100’000 Pakete verteilt!
Die Foodbags enthielten die meiste Zeit eine frische Frucht, eine Tomate, Brot und Eier/Hummus und lieferten ca. 400 kcal pro Portion. Die meisten Produkte wurden direkt aus der Region bezogen, um die lokale Wirtschaft zu unterstützen und das Projekt möglichst nachhaltig zu gestalten. Die Kosten beliefen sich auf ca. 1000 CHF pro Tag. Diese konnten durch die finanzielle Unterstützung von Aslam Obaid, der ab mitte April das Brot sponserte, etwas reduziert werden.

IDOMENI.

Idomeni (Griechenland) März 2016 – Juni 2016
Nachdem der Einsatz auf LESBOS. im März auf Grund höherer Prioritäten auf dem Festland zu Ende gegangen ist, engagierte sich der Verein FAIR. in Idomeni. Das Gebiet an der griechisch-mazedonischen Grenze war bis zur Räumung des Lagers Ende Mai nach wie vor Ort der letzten Hoffnung. Bis zur Zwangsräumung harrten noch immer tausende Menschen, darunter ca. 40% Kinder, unter menschenunwürdigen Zuständen an der Grenze aus, in der Hoffnung, doch noch irgendwie ins Zielland in Mitteleuropa zu gelangen.

Idomenivolunteers
Der Verein FAIR. engagierte sich während knapp drei Monaten hauptsächlich in der Koordination der verschiedenen Teams der Volunteers vor Ort und hat diesen in enger Zusammenarbeit mit Trace von REFUGEES-START und den Frewilligen Phoebe und Aslam Unterstützung angeboten und die Kommunikation und die Zusammenarbeit der vor Ort sich engagierenden Teams gefördert. Gleichzeitig haben wir als Plattform NORTHERGREECEVOLUNTEERS ankommenden Volunteers Informationen über die Lage vor Ort gegeben, Trainings und Hilfe angeboten und waren Ansprechspartner auf Seiten der Volunteers für zahlreiche grosse Hilfswerke wie MSF, Save the Children und UNHCR. Als Team haben wir die Zusammenarbeit zwischen Freiwilligen und Offiziellen koordiniert und unterstützt. Als Kollaboration bestehend aus zahlreichen kleinen Teams, Organisationen und Volunteers haben wir tausende Essensrationen ins Camp gebracht, Zelte aufgestellt und Kleider verteilt, Schulen aufgebaut, den Menschen zugehört und den Ort Idomeni etwas menschenwürdiger gestaltet.

Die damals aufgegleiste Arbeit wird heute durch HELP REFUGEES weitergeführt.

Hummus Rights Project
Weniger aktiv aber dennoch konstant unterstützte der Verein FAIR. finanziell und organisatorisch das HUMMUS RIGHTS PROJECT, das er mit den Volunteers Camilla, Remy und Matti Mitte März mitgegründet hatte. Das Projekt hat beinahe bis zur Schliessung des Hauptlagers Idomeni täglich bis zu 2000 Essenspäckli ins Camp gebracht und möglichst fair und menschenwürdig verteilt. Insgesamt wurden wohl gegen 100’000 Pakete verteilt!
Die Foodbags enthielten die meiste Zeit eine frische Frucht, eine Tomate, Brot und Eier/Hummus und lieferten ca. 400 kcal pro Portion. Die meisten Produkte wurden direkt aus der Region bezogen, um die lokale Wirtschaft zu unterstützen und das Projekt möglichst nachhaltig zu gestalten. Die Kosten beliefen sich auf ca. 1000 CHF pro Tag. Diese konnten durch die finanzielle Unterstützung von Aslam Obaid, der ab mitte April das Brot sponserte, etwas reduziert werden.

PLÄNKE SCHULHAUS BIEL 2014

Wir hatten am 28. Februar 2014 nochmals das Vergnügen mit dem Projekt FAIRSCHOOL. im Plänke Schulhaus einen Workshop zu machen. Diesmal griffen wir das Projektwochenthema Wasser der 3. Klasse von Nicole Berva auf. Zuerst wurden drei Gruppen mit ausgefallenem Gruppenname und Gruppenschrei gebildet und schon gings los mit einem kleinen Quiz. In diesem mussten die Schüler zuerst herausfinden, worum es den drei fremden Personen (Cyril, Remo und Nina) vorallem geht. Schnell begriffen die Kids, dass es uns ein Anliegen ist, uns um unsere Erde zu kümmern. Interessiert waren sie von Anfang an dabei und stellten viele Fragen. So dass wir bereits nach dem ersten Spiel einsehen mussten, dass es leider nicht für alles reicht was wir vorbereitet hatten. Nach dem Wasser-Blindtest, wo herausgefunden werden musste, welches das Hahnenwasser ist, reichte es noch für ein 1,2 oder 3 in einer Wasseredition und schon kamen wir zu der Rangverkündigung. Als Preis fürs Mitmachen gab es für jedes Kind ein Fairtrade-Schoggiweggli und einen ProSpecieRara Apfel und für die Gewinner gabs noch ein Reiheli Fairtrade-Schoggi dazu.

Vielen Dank an Nicole Berva für die Einladung und natürlich der ganzen 3. Klasse für eure Motivation! Check check :)!