LESBOS.

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Lesbos (Griechenland) September/Oktober 2016
Nach dem desaströsen Brand am 19. September dieses Jahres in Moria  – dem Registrierungs- und Inhaftierungslager auf Lesbos – haben wir uns kurzfristig entschieden, erneut in Lesbos aktiv zu werden. Seit dem verheerenden Abkommen der EU mit der Türkei vom März dieses Jahres ist es zu Unrecht um die kleine Insel Lesbos ruhiger geworden. Die Menschen hier wurden vergessen.
Die verschiedenen Camps platzen aus allen Nähten und die Versorgung vor allem im Registrierungs- und Inhaftierungslager Moria ist miserabel. Immer noch leben hier Menschen in Campingzelten im Freien – über Monate hin wohl verstanden. Also solange, bis Ihr Asylantrag überprüft wurde. Viele haben kaum Chancen auf Asyl. Die restriktive Asylpolitik kennt kein Erbarmen. Wer unter den politischen Spielchen und Launen der Entscheidungsträger leidet, sind Menschen wie du und ich. Wir haben in der Zeit, in welcher wir hier erneut aktiv waren, vor allem bestehende Teams unterstützt. Haben Kleider, Schuhe, Hygieneartikel gekauft, und Einzelpersonen direkt unterstützt.

Lesbos (Griechenland) Oktober 2015 – März 2016
In Lesbos haben wir Menschen unterstütz, die auf der griechischen Insel Lesbos gestrandet waren. Viele voller Hoffnung auf ein besseres Leben. Auf ein Leben ohne religiöse oder politische Unterdrückung, ohne Armut, ohne Bomben, ohne Checkpoints, und vielleicht sogar mit der Aussicht auf bessere Bildungschancen für die Kleinsten. Viele träumen von einer erfüllenden Arbeit, einem neuen zu Hause und neuen Freunden. Doch von letzteren Punkten sind die Menschen oft weit entfernt. Im Registrierungscamp Moria ging es um elementare Dinge wie Essen, trockene Kleidung, ein Platz zum Schlafen, Informationen. Jeder geflüchtete Mensch, der die Insel erreicht, kommt (nach wie vor) früher oder später hierher, um seine Papiere für die Weiterreise zu bekommen. Mittlerweile fungiert Moria tragischerweise als Detention-Center.

Ein kleines und wechselndes Team vom Verein FAIR. versuchte seit Mitte Oktober die Menschen in Lesbos auf ihrer beschwerlichen und gefährlichen Reise zu unterstützen. Wir engagierten uns für BETTER DAYS FOR MORIA. Im Better Days Team bestehend aus zahlreichen freiwilligen Hilfskräften aus aller Welt verteilten wir den teilweise bachnass vor Kälte zitternden ankommenden geflüchteten Menschen warmes Essen, heisser Tee, trockene Kleidung und den Kids kleine Geschenke. Wir gaben den Menschen die wichtigsten Infos weiter, damit sie sich zurecht finden konnten, suchten Schlafplätze und verteilten Decken und Schlafsäcke. Wir boten medizinische Hilfe, fuhren die Menschen wenn nötig ins Krankenhaus, machten Crowd-Control bei der Registrierung, suchten verlorengegangene Familienmitglieder. Wir sammelten Müll ein und brachten liegengebliebene Kleider und Decken zur Wäscherei und upcycelten Schwimmwesten. All dies 24 Stunden, 7 Tage die Woche von Oktober bis April. Wir machten alles in unserer Macht stehende, um die Leute menschenwürdig zu versorgen und sie freundlich zu empfangen.

 

Wir haben nicht zugeschaut, wir haben gehandelt.