HOME IS.

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Am Anfang stand die Idee, mit Bieler Jugendlichen aus verschiedenen Kulturen ein Tanz- und Musikspektakel auf die Bühne zu stellen. Das Vereinsmitglied Johanna Claus, Musik und Bewegungspädagogin aus Biel, hatte sich von der Fujiama Nightclub Show in Berlin, an der  Neukölner Talente zusammen mit Profis die Bühne rocken, inspirieren lassen. Zur Seite standen Ihr der Tänzer Marc Ugolini und der Musiker Thomas Sauter mit ihren Crews.

«Was ist Heimat?» Mit dieser Frage beschäftigten sich auch jugendlichen TänzerInnen und MusikerInnen während der Erarbeitung des Stückes. Die Suche nach der eigenen Identität spielte hierbei eine wichtige Rolle und regte an, sich mit der eigenen Kultur und verschiedenen Ideen des Zusammenlebens in der Gesellschaft auseinanderzusetzen.

Was daraus entstand, ist das Stück HOME IS.

Der Verein FAIR. half mit bei der Finanzierung und war für die Nachhaltigkeit des Events besorgt.

Das ganze Projekt mit der Funk-Band der Musikschule Biel, 13 TänzerInnen vom X-Project, die Rapper JB Funks und Rappator, sowie DJ SpinSlim war ein Mega-Erfolg! Am Aufführungswochenende vom 28./29. März besuchten mehr als 600 Personen die Vorstellungen von HOME IS. im Volkshaus zu Biel. FAIR. betrieb die Bar vor und nach den Vorstellungen mit seinem nachhaltigen Barangebot. Vereinsmitglieder arbeiteten an der Kasse, an der Garderobe, als Platzanweiser und an der Bar. Und sie bekochten die Auftretenden und die Crew während der Probewoche mit regionalem, saisonalem und Bio-Food. Taubenloch-Strom sorgte zudem für die ökologische Energie. Aber es geht noch weiter: Jugendliche Teilnehmer der Jobbörse unterstützten die Vereinsmitglieder in ihrer Arbeit und wurden gleichzeitig sensibilisiert. Und wie immer ganz wichtig, das Apéro. Es wurde von SOULKITCHEN mit Liebe gefertigt und dies mit fairen Produkten. Last but not least: Im Vorfeld hatten wir die Jugendlichen anlässlich eines Workshops für das Thema der Nachhaltigkeit  sensibilisiert.

An einem Samstag nämlich hatte der Verein FAIR. das Vergnügen, den Tänzer und Tänzerinnen ihr Engagement für das Projekt näher zu bringen. Das Treffen wurde genutzt, um die Jungs und Mädels auf den effizienten Umgang mit Lebensmitteln zu sensibilisieren. Dafür mussten sie sich zuerst nochmals mit dem Punkt Heimat auseinandersetzen. Dieses Mal aber wurde die Heimat als unseren Planeten Erde vordefiniert und es stellte sich die Frage, was somit wichtig wird und was wir als Bewohner machen können. Es war erstaunlich was sich die jungen Menschen alles für Gedanken machten und auf was für Lösungsansätze sie kamen.

„Wir sind auf der Erde nur zu Gast, daher sollten wir uns auch wie Gäste verhalten!“

„Der Planet gehört nicht nur uns sondern auch den Tieren und den Pflanzen!“

„Es ist wichtig, dass wir unsere Heimat Erde für nächste Generationen bewahren.“

„Wenn niemand mit seinem Verhalten jemandem Schaden würde, wäre es perfekt. Dies ist aber nicht sehr einfach, aber jeder sollte sein bestmöglichstes tun.“

Vor dem Mittagessen wurden, als Vorbereitung für den Nachmittag, die schockierenden Bilder der SAMSARA FOOD SEQUENCE zum Thema Massenproduktion gezeigt. Diese fuhren dermassen ein, dass der grösste Teil sich beim Essen für die vegetarische Variante entschied.
Am Nachmittag mussten sich die Teilnehmenden dann in eine vorgegebene Rolle denken. Als Auswahl standen da vom CEO der Massenproduktionsfirma über den Bio-Bauern, bis zum sensibilisierten Konsumenten. Die daraus folgende Diskussionrunde war extrem spannend und auch amüsant! Eine Lösung für das Problem der Ungerechtigkeit und der Tierquälerei ergab sich daraus leider nicht, dafür aber die Motivation, seinen eigenen Beitrag gegen dieses System zu leisten.

Johanna Claus
Vor ca. 2 Jahren erzählte mir meine Freundin Jana vom Verein FAIR. und schleppte mich mit zum Infostand beim Event BIEL TANZT. Als ich Loïc Roth vorgestellt wurde, sprudelte es aus mir raus: ich möchte ein Musik- und Tanzprojekt mit Jugendlichen machen und suche Partner, seid ihr dabei? Loïc sagte, dass der Verein durchaus Mitglieder bei eigenen Projekten zum Thema Nachhaltigkeit unterstützen würde und die Sache war für mich klar: Ich werde Mitglied! Es folgten viele Gespräche und anregende Diskussionen, bei denen die Vision von Heimat und dem Projekt HOME IS. ausgetauscht wurden. Im Laufe der Projektphase durfte ich auf vielseitige Weise erleben, was es bedeutet Mitglied beim Verein FAIR. zu sein. Ich bekam nicht nur Unterstützung vom Vereinsmitglied Manuel Stöcker, welcher mir tatkräftig beim Fundraising zur Seite stand, sondern konnte auch auf ein Pool von Menschen bauen, die sich mit Begeisterung und Zuverlässigkeit der Sache widmeten. Dank dem Verein FAIR. durfte ich ein ganzheitliches Heimatgefühl erleben, was neben dem Gemeinschaftsgefühl auch die globalen Aspekte berücksichtigte. Ihr Ansatz, den Jugendlichen das Thema Nachhaltigkeit näher zu bringen und ihre Sensibilisierung während der Probenzeit riefen mir meine eigene Verantwortung gegenüber dem Plante Erde ins Bewusstsein. Hier wurde mal nicht über Nachhaltigkeit diskutiert, sondern es wurde im Alltag gelebt! So wurden wir während der Probezeit bekocht und mussten nicht die Take Away Ware aus der Migros konsumieren. Die Jugendlichen brachten ihre eigene Tubberware und Besteck mit und entwickelten einen achtsamen Umgang mit den Resourcen.Danke Euch von ganzem Herzen für diese wunderbare Zusammenarbeit!“

Weitere Eindrücke zum Projekt: http://homeisbiel.wordpress.com/