X-CHANGE.

X-CHANGE. 2013 |

Banner_X-CHANGEAusgangslage
Kleidung spielt insbesondere für Jugendliche und junge Erwachsene eine wesentliche Rolle. Denn zum Einen ist Kleidung Ausdrucksform jugendkultureller Trends und kultureller Zugehörigkeit, zum Anderen ist sie identitätsstiftend. Sich modisch, cool und zeitgemäss zu kleiden, ist daher bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen kaum mehr wegzudenken und spielt grundsätzlich in unserer Gesellschaft eine wichtige Rolle. Auf der anderen Seite werden Kleider oft unter menschenunwürdigen Bedingungen produziert und richten innerhalb der Produktion erhebliche ökolgische Schäden an. Menschen, die je länger je mehr nachhaltig leben möchten, befinden sich daher oft in einer Zwickmühle. Meist ist aber das Bedürfnis nach etwas Neuem grösser, als jenes, sich nachhaltig zu verhalten. Mit dem sich füllenden Kleiderschrank stellt sich dann früher oder später auch die Frage: Wohin mit all meinen alten Shirts, Schuhen und Pullis? Die Kleidersammelcontainer bieten da Abhilfe. Immerhin kann mit einer Kleiderspende – so die Meinung – den Armen geholfen werden und es gibt erst noch Platz für Neues. Dass von den meisten Sammlungen der Kleiderhilfeorganisationen jedoch ein grosser Teil gar nicht bei den bedürftigen Menschen ankommt, sondern im Recycling-Kreislauf landen, wissen nur Wenige. Und dass die Altkleidung oft lokale Textilindustrien konkurrenzieren, ist ebenfalls nur einer Minderheit bekannt.

Der Themenbereich Kleidung ist also ein facettenreiches und teils kritisch zu betrachtendes Gebiet, dem auf eine positive und frische Art und Weise begegnet werden muss. Vorliegendes Konzept und folgende darin enthaltenden Ideen versuchen dem Thema Kleidung ganzheitlich wie folgt zu begegnen und berücksichtigen dabei folgende Punkte: Kleider sinnvoll spenden | Kleider tauschen | Kleider recyklieren | Faire und ökologische Kleidung kaufen

– In Zusammenarbeit mit der CARITAS wird eine stadtweite Kleidersammelaktion organisiert. Die gesammelten Stücke werden zum Einen in Projekte in Osteuropa gehen und dort direkt an von Armut betroffene Menschen kostenlos weitergegeben. Zum Andern werden die Kleider zu besonders günstigen Preisen in der Kleiderzentrale in Waldibrücke oder auch in Secondhand-Läden der CARITAS an Armutsbetroffene verkauft.

– Auf der ersten Bieler Kleidertauschparty werden fleissig Shirts, Schuhe, Jeans, Accessoires etc. getauscht und es wird über das Thema informiert. Die Teilnahme ist kostenlos. übriggebliebene Stücke fliessen in die Sammelaktion ein.

– In Form einer Modeschau werden zudem nachhaltig produzierte und recyklierte Kleidung sowie auserlesene Stücke der Kleidersammelaktion präsentiert. Letztere werden für einen guten Zweck versteigert.

SAMMELN.
Im Vorfeld der Jugendkulturtage X-DAYS Biel/Bienne wollen wir in Zusammenarbeit mit der Stadt Biel und der CARITAS eine stadtweite Kleidersammelaktion durchführen. Uns ist es dabei wichtig, dass diese Kleider auch effektiv bei den bedürftigen Menschen ankommen, diese verschenkt werden und daraus nicht ein Geschäft entsteht, die lokale Textilindustrie allzu fest konkurrenziert wird oder die Kleidungsstücke im Recycling enden: Denn in letzter Zeit wurde vermehrt über das «Geschäft mit den Altkleidern» berichtet. Von den Altkleidern werden bloss gut 50% als Second-Hand Kleidung weitergetragen. Die restlichen Klamotten werden recykliert oder landen auf dem Müll. Schafft es ein Kleidungsstück auf den Second-Hand-Markt, profitieren nicht die Armen in Form von einer Kleiderhilfe davon. Sämtliche Kleider werden verkauft. «Das Angebot an Altkleidern ist viel grösser als die Nachfrage in den Entwicklungsländern», sagt TexAid Chef Martin Böschen. Es sei nicht möglich, die Kleidung gratis abzugeben, weil Sortierung und Transport zu viel koste.
Mit der Sammelaktion möchten wir den Bielerinnen und Bieler die Möglichkeit geben, ihre Kleider dort zu spenden, wo sie effektiv bei den Bedürftigen ankommen. Die Zusammenarbeit mit youngCaritas garantiert, dass diesen Ansprüchen Rechnung getragen wird: Die Kleiderhilfe der CARITAS sammelt Kleider und gibt sie z.T. auch gratis an Bedürftige weiter, dies vor allem in den Projekten in Osteuropa. Ein weiterer Teil wird zu supergünstigen Preisen in der Kleiderzentrale in Waldibrücke oder auch in Secondhand-Läden der CARITAS an Armutsbetroffene verkauft.Wir sind davon überzeugt, dass KleiderspenderInnen möchten, dass ihre Teile weitergetragen werden. Die Jugend und die Stadt Biel sammeln einen Container voller Kleider, setzen damit ein Zeichen und zeigen sich solidarisch mit den ärmsten Menschen in Osteuropa und in der Schweiz. Frühzeitig werden der Bevölkerung ein Kleiderspendesack und entsprechende Informationen zugestellt. Des Weiteren wird beabsichtigt, dass in ausgewählten Kleidergeschäften der Stadt Biel Kunden bei Interesse ebenfalls ein solcher Sack abgegeben wird. Während den fünftägigen Jugendkulturtagen X-DAYS Biel/Bienne, die vom 07. August – 11. August auf dem Robert-Walser-Platz in Biel stattfinden, können schliesslich die gefüllten Kleidersäcke abgegeben werden. Gleichzeitig können sich Spenderinnen und Spender sowie alle Besuchenden des Events über Bedingungen und Auswirkungen bei der Kleiderproduktion informieren. Hier wird angestrebt, eine Zusammenarbeit mit der Erklärung von Bern zu ermöglichen. Gleichzeitig wird der Verein FAIR. und die CARITAS vor Ort über das Thema sensibilisieren.

TAUSCHEN.
Am Samstag, 10. August 2013 wird eine grossflächige Kleidertauschparty organisiert, um so dem Moderausch heutiger Generationen auf eine bedürfnisorientierte Weise zu begegnen. Ort sind die Bieler Jugendkulturtage X-DAYS, die den Robert-Walser-Platz während fünf Tagen zu einem Bieler Happening aufblühen lassen. Am Event werden Jugendliche und junge Erwachsene zum Tauschen statt Kaufen animiert. Mit jedem neu gekauften Kleidungsstück wird die Nachfrage und damit die Überproduktion angetrieben. Immer mehr Menschen wollen aber mittlerweile einen sozialen und bewussten Lebensstil pflegen, dabei trotzdem urban und trendbewusst sein und nicht auf den letzten modischen Schrei verzichten. Die Lösung: Kleider tauschen. Wer glaubt, die Befriedigung durch den ersehnten Konsumrausch würde dabei auf der Strecke bleiben, der irrt. Ein neues Teil macht immer Freude, auch wenn es getauscht wurde. Dass diese Form von «Shopping» funktioniert, zeigen zahlreiche Beispiele aus den USA und Deutschland, wo das Tauschen voll im Trend ist. Altkleider, die nicht mehr getragen werden, Sachen, die erst gar nicht angezogen wurden, können so wieder sinnvoll verwendet werden.Und so funktioniert es: Die Besuchenden bringen ihre Klamotten, erhalten dafür Chips und tauschen diese anschliessend gegen neue Kleider ein. Alle Kleider, die nach dem Tauschtag übrig sind, werden gespendet. Auch an der Tauschparty erhalten Besuchende die Möglichkeit sich mittels Broschüren und Einkaufsratgebern einzudecken und sich grundsätzlich über das Thema zu informieren.

ZEIGEN.
Am Sonntag 11. August 2013 soll eine abschliessende Modeschau stattfinden, welche nochmals die Möglichkeiten eines fairen Modekonsums zusammenfasst. Gezeigt werden einige gespendete Kleider, recyklierte Mode aus der Region plus nachhaltig und fair produzierte Artikel. Die Kleider werden von keinen professionellen Models vorgeführt sondern von vorgängig freiwillig gemeldeten Menschen jeder Grösse und jeden Alters.Die Modeschau wird von einem Moderator begleitet um wiederum werden Infos und Anregungen zu der Situation im Modegeschäft gegeben. Somit werden Besuchende allgemein zum Modekonsum und unseren Möglichkeiten sensibilisiert, uns fair und trotzdem trendig zu kleiden. Mit der Reihenfolge von Second Hand (Spenden, Tauschen) zu recyklierter Mode bis zu fair und ökologisch hergestellter Bekleidung soll für jeden etwas dabei sein. Falls für die gespendeten Artikel, die an der Modeschau präsentiert werden ein Interesse besteht, können diese erworben werden. Der Erlös geht an ein vorgängig definiertes Projekt.